Aktuelle Publikationen

Y – Zeitschrift für Atopisches Denken

Die Y – Zeitschrift für Atopisches Denken. Philosophie – Psychoanalyse – Kulturwissenschaften ist eine peer-reviewte open-access Online-Zeitschrift (ISSN 2750-0144), publiziert vom Institut für Philosophie, Psychoanalyse, Kulturwissenschaften (IPPK), Berlin (https://ippk.de/).

Die Zeitschrift versteht sich als Medium atopischen Denkens, eines bewegten Denkens ohne Ort und akademisch-disziplinäre Einengung und Verfestigung. Y möchte dazu Philosophie, Kulturwissenschaften, Kunst und Psychoanalyse in ein kritisches, offenes Gespräch miteinander bringen, ohne dieses in disziplinär eingeschliffenen Bahnen verlaufen zu lassen. Ein polylogisches Gespräch ermöglicht stattdessen eine fruchtbare, multi- wie transdisziplinäre Vermittlung und wechselseitige Kritik dieser Perspektiven.

Die Zeitschrift veröffentlicht philosophische, kulturwissenschaftliche, künstlerische und psychoanalytische Artikel, die in ihrer Thematik, Form oder Arbeitsweise, einem atopischen Denken bzw. transdisziplinären Perspektiven verbunden sind: https://www.ypsilon-psychoanalyse.de

Martina Sauer & Christiane Wagner (eds.): Multimodality: The Sensually Organized Potential of Artistic Works

[Art Style, Art & Culture International Magazine, Issue #10, 2022]: <https://artstyle-editions.org/10-no-1>

With a Call for Essays, the special issue Multimodality sought contributions that accept not only the material but also the body-bound dependence of media perception and understanding. To this end, contributions were included that shed light on both the structural and signifying potential of artistic works through multimodal analysis. Particular attention was paid to contributions that clarify how the structural features – the modes – of the arts, their perception, and their signifying potential in terms of content are interrelated and how they are to be understood in communicative and thus socioculturally relevant terms. Thus, in addition to neuroscientific contributions, those from cultural anthropology, art history, image and art studies, and literary studies were included.

Martina Sauer und Jacobus Bracker (Hrsg.): Bilder als Agenten kultureller Transformationsprozesse

Der Sammelband der Sektion Bild, der Deutschen Gesellschaft für Semiotik über Bilder als Agenten kultureller Transformationsprozesse ist im Anschluss an die letzte interdisziplinäre Konferenz der Gesellschaft in Chemnitz 2021 entstanden. Sein Schwerpunkt liegt – im Anschluss an Aby Warburg – darin, Bilder als Agenten zu verstehen und insofern nicht nur ihre Erkenntnis-, sondern auch ihre Handlungspotentiale zu erkennen und zu verstehen. Als aktive Teile der Kultur können Bilder nicht nur als Dokumente und Zeugnisse kollektiver Geschichte, sondern auch als aktive Träger und Speicher affektiv wirksamer Kommunikationselemente verstanden werden. Sie nehmen einen eigenen Stellenwert innerhalb der menschlichen Ausdrucks- und Handlungsfähigkeit ein. Zur Frage, wie das möglich ist, legen die Aufsätze dieses Bandes ein beredtes Zeugnis ab.

Der Band ist open access abrufbar: <https://www.gib.uni-tuebingen.de/own/journal/pdf/IMAGE%2036.pdf>

Daniel Meyer, Julia Reuter, Oliver Berli (Hrsg.): Ethnografie der Hochschule. Zur Erforschung universitärer Praxis

Wie lassen sich Hochschulen ethnografisch erforschen? Welche Erkenntnischancen bieten ethnografische Zugänge? Und was kann die zeitgenössische Wissenschafts- und Hochschulforschung davon lernen? Die Beiträger*innen des Bandes geben Einsichten in die Vielzahl universitärer Settings – Lehrveranstaltungen, Bibliotheken, Studierendeninitiativen, Gremien – und diskutieren Möglichkeiten ihrer methodischen Befremdung. Auf diese Weise machen sie Universität als soziale Praxis sichtbar, die sich im Zusammenspiel von Menschen, Artefakten, Rahmungen und Situationen vollzieht: ein tiefer Einblick in Hochschulkultur und Campusleben im Lichte von small stories. 

Weitere Informationen zum Buch finden sich online: <https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5776-0/ethnografie-der-hochschule>

Anna Suchard: Wie wir uns an der Universität aufführen. Zur performativen Wechselwirkung von Hochschule und Gesellschaft

Alles, was sich zwischen Menschen vollzieht, ist performativ wirksam und kann daraufhin überprüft und (um-)gestaltet werden. Die Wechselwirkungen zwischen der Performativität akademischer und gesellschaftlicher Wirklichkeiten bleiben jedoch häufig unterreflektiert. Anna Suchard zeigt, dass sich insbesondere zwischen den impliziten Normativitäten des zunehmend linearisierend agierenden Hochschulbetriebs und gesellschaftlich formulierten Zielen enorme Widersprüche bilden. Ihre dramaturgische Analyse, wie die konkrete Herstellung dieser Wirklichkeiten geschieht, lässt die Widersprüche sichtbar und verhandelbar werden – Rückenwind für all jene, die sich für eine ernst gemeinte Inter- und Transdisziplinarität einsetzen.

Weitere Informationen zum Buch sowie der open access-Zugang finden sich hier: <https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6194-1/wie-wir-uns-an-der-universitaet-auffuehren/?number=978-3-8376-6194-1>

Barbara Lutz: Transkulturelle Ausstellungspraxis. Kuratieren in globalen Zusammenhängen. Eine praxeologische Analyse der ‚documenta 12‘

Transkulturalität zählt zu einem der relevantesten Paradigmen in den Kulturwissenschaften, wenn es um die Beschreibung der Begegnung und des Miteinanders von Kulturen geht. Wenngleich das Paradigma als Theorie in verschiedenen Disziplinen und Diskursen zirkuliert, hat es hinsichtlich seiner Anwendung in der Praxis bislang noch keine umfassende Beachtung erfahren. Anhand einer fundierten praxeologischen Analyse der documenta 12 zeigt Barbara Lutz, wie Transkulturalität für das Kuratieren von Ausstellungen in globalen Zusammenhängen produktiv gemacht werden kann. Sie weist damit den Weg für Museen und andere Ausstellungsinstitutionen, die sich Prozessen der Dekolonialisierung stellen.

Weitere Informationen finden sich hier: <https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6304-4/transkulturelle-ausstellungspraxis/?number=978-3-8376-6304-4>

Hessisches Statistisches Landesamt: „Kulturindikatoren | kompakt 2022“

In der Gemeinschaftsveröffentlichung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sind ausgewählte Kennzahlen aus dem Projekt „Bundesweite Kulturstatistik“ in kompakter Form zusammengefasst. Das Projekt wurde in Auftrag gegeben von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) sowie von der Kultusministerkonferenz (KMK). Die Kennzahlen geben Auskunft über Kulturausgaben, über ausgewählte kulturelle Angebote und die Kulturnutzung sowie über die kulturelle Ausbildung und den Kulturarbeitsmarkt im Ländervergleich.

Die Broschüre findet sich online: <https://www.statistikportal.de/de/bildung-und-kultur>

Christine Blättler (Hrsg.): Der Gesandte. Alexandre Kojèves europäische Missionen

Auf dem Weg von Moskau über Berlin, Heidelberg und Paris nach Brüssel verfolgte der russisch-französische Philosoph Alexandre Kojève (1902-1968) verschiedene Missionen. Mit seinem bekanntesten Auftrag, der Vergegenwärtigung Hegels an der École pratique des haute études im Paris der 1930er Jahre, prägte er Generationen französischer Intellektueller bis heute. Er hat aber auch, mit Blick auf die Bilder seines Onkels Wassily Kandinsky, die erste theoretische Schrift zur konkreten Kunst vorgelegt und sich mit Leo Strauss und dessen politischer Kunst des Schreibens, die er selbst meisterhaft praktizierte, kritisch auseinandergesetzt.

Politisch brisant waren sein »Brief« an Stalin – ein tausendseitiges Manuskript in russischer Sprache, das Bataille zusammen mit Benjamins Manuskripten in der Bibliothèque nationale versteckte – und seine an das Vichy-Regime gerichtete Abhandlung über den »Begriff der Autorität«. Insofern verwundert es nicht, dass sich das Gerücht, er habe im Dienst des KGB gestanden, hartnäckig hält. Als philosophische Eminenz im französischen Wirtschaftsministerium hat er maßgeblich die OECD mitaufgebaut und wird noch heute für das EU-freundliche Denken in Frankreich verantwortlich gemacht. Und seit Giorgio Agamben seine Idee eines Empire latin zu revitalisieren versuchte, steht er auch heute wieder im Kreuzfeuer der Kritik.

Mit Beiträgen von Marco Filoni, Alexander Koschewnikoff, Franziska Uhlig, Danilo Scholz, Thomas Meyer und Stefanos Geroulanos.

Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Verlags: <https://www.merve.de/index.php/book/show/462>

Agatha Frischmuth: Nichtstun als politische Praxis. Literarische Reflexionen von Untätigkeit in der Moderne

In der Moderne gilt das Nichtstun gemeinhin als wertlos oder gefährlich. Im Gegensatz dazu betrachtet Agatha Frischmuth das Phänomen in einer völlig neuen Auslegung von Hannah Arendts Handlungsphilosophie als eine genuin politische Praxis, die die im westlichen Denken fest verankerte Binäropposition zwischen Handlung und Nichthandlung auflöst. Ihre literaturwissenschaftliche Studie zeigt in diskursanalytischen Lektüren der Romane von Robert Walser, Thomas Mann, Georges Perec und Mirosław Nahacz Überraschendes auf: eine bisher ungeahnt enge Verknüpfung des Nichtstun-Motivs mit einer Sehnsucht nach Gemeinschaft und die Darstellung des Nichtstuns als uneigentliches Erzählen und Sprechen.

Das Buch ist im Open Access erhältlich unter: <https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5739-5/nichtstun-als-politische-praxis>

Lisa Gaupp and Giulia Pelillo-Hestermeyer (eds.): Diversity and Otherness. Transcultural Insights into Norms, Practices, Negotiations

This book critically examines multiple ways in which cultural diversity is represented and handled in a variety of contexts, from the artistic to the scientific, from the political to the theatrical, in media, fashion and everyday life, today as well as in the past. By drawing from the observation that specific socio-cultural features are made relevant to create asymmetries and hierarchies between individuals, groups and cultural resources, the volume questions, on the one hand, contingent processes of regulation, standardization, and homogenization of diversity. It points at contradictory processes of in- and exclusion related to the construction of differences between the Self and the Other in processes of doing culture. On the other hand, it recognizes and emphasizes the fluidity of cultural entanglements by adopting a transcultural perspective, which unifies the variety of the topics and of the contexts covered by the chapters, as well as their inter- and transdisciplinarity.

While processes such as globalization, decolonization, migration, and mediatization have contributed to place diversity at the centre-stage of both scholarly and non-scholarly debates, this book invites to re-think norms, practices and negotiations of diversity and otherness through a variety of narrations, standardizations, imaginations, and negotiations. By emphasizing the contrast between emancipatory vs. standardizing approaches to diversity and otherness it also invites to “transculturalize” the study and the politics of culture.

Available open access: <https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9788366675308/html>

Mandy Dröscher-Teille und Till Nitschmann (Hrsg.): Gewaltformen – Gewalt formen. Literatur – Ästhetik – Kultur(kritik)

Zensur, männliche, familiäre und sexuelle Gewalt, Krieg und Terrorismus, Shoah, medizinische, theatrale und performative Gewalt – Gewaltformen sind in zahlreichen Bereichen sichtbar. Dabei hat Gewalt selbst keinen festen Ort, vielmehr befindet sie sich in permanenten Umformungsprozessen. Während Gewalt in der Literatur vielfach kulturkritische Implikationen hat, erweist sich die Gewalt der Literatur als selbstreflexiv.

Der Sammelband analysiert, wie diskursive Gewaltformen ästhetisch geformt werden, wie die gesellschaftliche Gewalt auf literarische Texte zurückwirkt und wie literarische Texte selbst Einfluss auf gesellschaftliche Gewaltformationen nehmen.
Das den vorliegenden Band strukturierende Untersuchungsinstrument – Gewaltformen/Gewalt formen – bietet einen übergreifenden theoretisch-methodischen Ansatz: Die literarische Vertextung von Gewalt wird über die Kategorie der Formung mit der Diskursivität der Literatur verbunden.

Weitere Informationen finden sich hier: <https://www.fink.de/view/title/55591>

Christine Blättler: Benjamins Phantasmagorie. Wahrnehmung am Leitfaden der Technik

Christine Blättler, Professorin für Wissenschaftsphilosophie am Philosophischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, hat mit Benjamins Phantasmagorie. Wahrnehmung am Leitfaden der Technik ein Buch über Entstehung, Wanderung und Wirkung einer modernen Leitmetapher verfasst.

Der Band eröffnet die Buchreihe DEJAVU THEORIE der DEJAVU Gesellschaft für Fotografie und Wahrnehmung e.V.
Mehr Informationen finden Sie hier: <https://www.re-vue.org/beitrag/dejavu-theorie-christine-blaettler-benjamins-phantasmagorie>

Studentisches Magazin Bis morgen (Universität Hildesheim) – kostenlos bestellbar

Was wird morgen sein und wie sieht der Blick in die Zukunft aus kulturwissenschaftlicher Perspektive aus?

Im Rahmen des Projekts „GROSSE erwartungen. Zukunftsdiskurse aus Sicht der Kulturwissenschaften und ästhetischer Praxis“ an der Universität Hildesheim und unter der Leitung von Johannes Ismaiel-Wendt, entstand in zwei Semestern das Magazin „Bis Morgen“.
Sonja Eismann und Ulla Heinrich vom Missy Magazine, dem Magazin für Pop, Politik und Feminismus, unterstützten die Studierenden beim Verfassen der Texte und brachten wertvolle Erfahrungswerte in den Entstehungsprozess ein.

Wer über große und kleine Zukunftsvisionen nachdenkt, kann das Magazin mit einigen Klicks und in weniger als einer Minute unter folgendem Link bis 17.06.2021: <https://seu2.cleverreach.com/f/294863-295126>

Nach dem 17.06. kann das Magazin – ebenfalls kostenlos – über den Universitätsverlag Hildesheim bestellt werden: verlag@uni-hildesheim.de

Im Magazin „Bis Morgen“ finden sich Impulse aus der kulturellen, künstlerischen und ästhetischen Praxis und konkrete Denkanstöße darüber, wie die Zukunft aktiv und kreativ gestaltet werden kann. Es wird deutlich, dass Zukunftsvisionen und ihre Erwartungen ganz unterschiedlich aussehen können:

  • Welche Genderfragen wirft Künstliche Intelligenz auf?
  • Wie sehen inklusive Kulturbetriebe aus?
  • Wie geht es mit der Clubkultur weiter?
  • Und was treibt eigentlich Hildesheimer Kultur-Studierende in ihrem Projektsemester zum Thema „Große Erwartungen“ so um – mitten in einer weltweiten Pandemie?

Material Image. Affordances as a New Approach to Visual Culture Studies, ed. by E. Günther, M. Sauer [special issue #7, Art Style, Art & Culture International Magazine], New York, São Paulo, 03/2021: <https://artstyle.international/issue-7>

This special issue on affordances bases on the thesis, that all natural and artificial things inhere affordances that appeal to our cognitive system, and thus invite us to look at them, perceive them, think about them, interpret them, and use them. The concept roots in the studies of the American psychologist James J. Gibson from the 1960s. According to him, „things“ offer a certain range of possible activities depending on their form, time patterns, and material qualities, thus becoming part of human-thing-interactions. However, affordances can also be culturally trained. This aspect has been intensively discussed subsequently within different disciplines (e.g., Social Sciences, Design Studies). But only recently the concept has received attention in the field of Visual Culture Studies especially by archaeological scholarship.

As the articles of this special issue show, this approach is now gaining momentum in a broad range of image- and object-related disciplines. It may not surprise that the authors’ perspectives on images and objects vary widely within the issue. However, thanks to the use of affordances as a theoretical and/or methodological tool, they all contribute to fundamental questions of perceiving, receiving, understanding, as well as interpreting, and acting with sensuously present culture.

Dominik Gerst, Maria Klessmann und Hannes Krämer (Hrsg.): Handbuch Grenzforschung


In 30 Beiträgen gibt das erste deutschsprachige Handbuch zur Grenzforschung einen Überblick über zentrale theoretische und empirische Zugänge zu Grenzen und Grenzziehungen. Das Buch umfasst sowohl historische, methodologische und theoretische Grundlagen sowie ausgewählte konzeptionelle Perspektiven und gibt Anstöße wie neue Impulse für die gegenwärtige Diskussion um eine Erforschung von Grenzen. Das Buch ist im Open Access erhältlich unter: <https://doi.org/10.5771/9783845295305>

Insa Härtel (Hrsg.): Reibung und Reizung: Psychoanalyse, Kultur und deren Wissenschaft

Psychoanalytische Forschung hat zur Herausbildung von Kulturwissenschaften westlichen Zuschnitts beigetragen, und sie ist selbst Gegenstand kulturwissenschaftlicher Analysen geworden. Der vorliegende Band beleuchtet nun Formen und Anordnungen dieses Zusammenwirkens.

Gefragt wird nach möglichen Berührungs-, Reibungspunkten oder -flächen, Zwischen- und Grenzbereichen oder sonstigen Gebilden zwischen den Disziplinen, Herangehensweisen, Methoden.

Beiträge von: Janina Faber, Lilli Gast, Andreas Gehrlach, Olaf Knellessen, Juliet Flower MacCannell, Alice Pechriggl, Robert Pfaller, Sonja Witte; sowie:  Gloria von Bronewski, Thomas Disselkamp, Karin Harrasser, Lutz Krüger, Peter Schneider, Nora Sdun; dazu: Zeichnungen von Kyung-hwa Choi-ahoi/Joy Ahoi.

Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Verlags: <https://www.textem.de/haertel-reibung-reizung.html>

Anna Schober und Brigitte Hipfl (Hrsg.): Wir und die Anderen: Visuelle Kultur zwischen Aneignung und Ausgrenzung

Das Verhältnis von Selbst und Anderem ist in den letzten Jahren zum Gegenstand eines pluralen Forschungsfeldes in Kulturwissenschaften, Philosophie, Literatur- und Bildwissenschaften geworden. In den prägenden Bildmedien unserer Zeit werden laufend Selbst- und Fremdbilder konfiguriert, emotional aufgeladen und in Umlauf gebracht. Zugleich werden Muster der Figuration des Anderen und Fremden in Medien visueller Populärkultur und der Bildenden Kunst aber auch herausgefordert und reflektiert.

Der Band „Wir und die Anderen“ setzt genau an dieser Schnittstelle an. In einer Reihe von Fallstudien werden visuell vermittelten Prozesse der Aneignung und Ausgrenzung verhandelt, es kommen aber auch der oder die Andere als ‚Zwischengestalten‘, als Figuren des Dritten, d. h. als ambivalente Positionen der Vermittlung ganz diverser Sichtweisen und emotionaler Antworten  in den Blick.

Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Verlags: <https://www.halem-verlag.de/wir-und-die-anderen>

Themenheft Identities and Methodologies of Border Studies: Recent Empirical and Conceptual Approaches, herausgegeben von Christian Wille, Dominik Gerst und Hannes Krämer

Die Border Studies haben in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen und einen spürbaren Entwicklungsschub erfahren. Dieser äußert sich in einer stärkeren Institutionalisierung, einer Ausdifferenzierung der Erkenntnisinteressen und einer an Prozessen interessierten konzeptionellen Neuorientierung. Wenig Aufmerksamkeit erfuhren jedoch bisher Fragen, wie Erkenntnisse produktiv miteinander verknüpft werden können und in welcher Weise die Border Studies mit anderen Wissenschaftsbereichen in Verbindung stehen.

Genau hier setzt das Themenheft Identities and Methodologies of Border Studies: Recent Empirical and Conceptual Approaches an, indem es einige der genannten Desiderata aufgreift und vielversprechende konzeptionelle und empirische Perspektiven der Grenzforschung bündeln, miteinander ins Gespräch bringen und Impulse für eine breitere Debatte über (inter-)disziplinäre Selbstverständnisse und methodologische Ausrichtungen in den Border Studies setzen will.

Das von Christian Wille, Dominik Gerst und Hannes Krämer herausgegebene Themenheft steht als Open Access-Publikation zum Download bereit: <https://cbs.uni-gr.eu/index.php/de/border-studies/schwerpunkte/theorien-konzepte-begriffe/projekte/Identitäten-und-Methoden-BorderStudies>

Martina Sauer (ed.): On the Postmodern Age

[Art Style, Art & Culture International Magazine, New York/Sao Paulo, Issue #6, 2020]: <https://artstyle.international/issue-6/>

We live in the age of postmodernism. What does that mean? With this call for essays, we asked for proposals for a better understanding. At the same time, we were looking for posts that show how the arts have processed and are still processing the change from the modern to the postmodern selfconception of man, which has been described by philosophy since the 1950s to today.

Eventually, you find contributions by Simone Kraft on architecture, Arianna Fantuzzi on self-portaits, Stephan Schmidt-Wulffen on visual arts, Anna Kristensson on design, Iris Laner on postmodern image-making, Martina Sauer on the deconstruction of the familiar, and Christiane Wagner on postmodern avatar.

Melanie Reichert: Kultur in Stücken. Barthes, Brecht, Artaud

Die Erschütterungen neuzeitlicher Gewissheitsordnungen haben das menschliche Selbst- und Weltverständnis in eine tiefe Krise gestürzt. Darauf antworten Bertolt Brecht und Antonin Artaud wie auch ihr Rezipient Roland Barthes mit einem Theater des Nichtverstehens – sowohl auf der Bühne wie auch im Text. Dieses Theater zeigt, dass Kultur in erster Linie ein ästhetisches System und daher immer ein riskanter Prozess ist. Melanie Reichert überführt die drei bisher vor allem literatur- und kunstwissenschaftlich gelesenen Autoren in einen kulturphilosophischen Diskurs über Philosophie, Theater und die Wiederentdeckung der Ambiguitätstoleranz nach dem Scheitern der Ideologiekritik.

Transcript Verlag, Bielefeld 2020
ISBN: 978-3-8376-5360-1
258 Seiten, 40,00 Euro

<https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5360-1/kultur-in-stuecken>

Sofia Bempeza, Christoph Brunner, Katharina Hausladen, Ines Kleesattel, Ruth Sonderegger: Polyphone Ästhetik. Eine kritische Situierung

Eine polyphone Ästhetik erwächst aus der Dringlichkeit und der Freude, mit verschiedenen Stimmen zu arbeiten und durch heterogene Positionen zu denken, ohne die Differenzen, die der Polyphonie immanent sind, zu neutralisieren. In diesem Sinne möchte das vorliegende Buch den selbstgerechten Autoritätsanspruch der westlichen Ästhetik unterwandern und produktiv verunsichern. Zugleich folgt es dem Begehren nach kollektiven Formen des sinnesbezogenen Denkens und Arbeitens.

Seine Beiträge befassen sich mit so unterschiedlichen ästhetischen Dimensionen wie den (post-)kolonialen Implikationen der documenta 14 in Athen, dem Rassismus von Kants Ästhetik, kultureller Aneignung in der Popmusik, Dirty Aesthetics oder dekolonialer Affektivität, wobei auch ko-autor*innenschaftliche und kollektiv gegendisziplinäre Formen des Theoretisierens erprobt werden. Seine besondere Relevanz erweist der Band nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer zunehmend gewaltvollen Aneignung ästhetischer Praktiken und Theorien durch die (Neue) Rechte, der es klar entgegenzutreten gilt. In diesem Sinne impliziert Polyphonie ein politisches Sprechen, das seine Stärke darin findet, sich in seiner Positionierung angreifbar zu machen sowie in seiner ästhetischen Offenheit unabgeschlossen zu bleiben.

transversal texts, Dezember 2019
ISBN 978-3-903046-24-5
178 Seiten, broschiert, 12,— €

<https://transversal.at/books/polyphone-aesthetik>

Christian Wille und Birte Nienaber (Hrsg.): Border Experiences in Europe
 
Everyday Life – Working Life – Communication – Languages (Border Studies. Cultures, Spaces, Orders, Vol. 1). Baden-Baden, Nomos. Open Access <https://doi.org/10.5771/9783845295671>
 
Zusammenfassung: Seit einem Jahrzehnt stehen Grenzen in Europa wieder auf der politischen Agenda. Die Grenzforschung hat darauf reagiert und schlägt neue Wege ein, um Grenzen zu denken und zu untersuchen. Das Buch folgt dieser Entwicklung und macht eine Perspektive stark, die sich für Lebenswirklichkeiten interessiert und die alltagskulturelle Erfahrung der Grenze in den Blick rückt. Die Autor_innen rekonstruieren solche Erfahrungen im Kontext verschiedener Migrations- und Mobilitätsformen sowie Sprachkontaktsituationen und sind sensibel für die Gestaltungsspielräume der Akteure. Auf diese Weise werden alltagskulturelle Gebrauchs- bzw. Aneignungsstrategien von Grenzen als höchst unterschiedliche Erfahrungen der Grenze empirisch herausgearbeitet. Die Leser des Bands bekommen Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Grenzforschung und in Lebenswirklichkeiten in Europa, in denen Grenzen relevant (gemacht) werden. Mit Beiträgen von Christian Wille, Birte Nienaber, Carsten Yndigegn, Isabelle Pigeron-Piroth, Rachid Belkacem, Ursula Roos, Elisabeth Boesen, Ariela House, Ignacy Jóźwiak, Corinne Martin, Erika Kalocsányiová, Xosé-Afonso Álvarez, Konstanze Jungbluth, Florian Dost, Nicole Richter, Dominik Gerst
 
Abstract: For a decade now, borders in Europe have been back on the political agenda. Border research has responded and is breaking new ground in thinking about and exploring borders. This book follows this development and strengthens a perspective that is interested in life realities and that focuses on everyday cultural experiences of borders. The authors reconstruct such experiences in the context of different forms of migration and mobility as well as language contact situations and are sensitive to the freedom of the participants. In this way, they empirically identify everyday cultural usage or appropriation strategies of borders as vastly different experiences of borders. The readers of this volume will gain insights into current developments in border research and liefe realities in Europe where borders are (made) relevant. With contributions by Christian Wille, Birte Nienaber, Carsten Yndigegn, Isabelle Pigeron-Piroth, Rachid Belkacem, Ursula Roos, Elisabeth Boesen, Ariela House, Ignacy Jóźwiak, Corinne Martin, Erika Kalocsányiová, Xosé-Afonso Álvarez, Konstanze Jungbluth, Florian Dost, Nicole Richter, Dominik Gerst

Anna Schober (Hrsg.): Popularisation and Populism in the Visual Arts

Das Buch untersucht die bildlichen Figurationen, ästhetischen Stile und visuellen Taktiken, durch welche visuelle Kunst und populäre Kultur versuchen an „uns alle“ anzusprechen. Wissenschaftler/innen aus verschiedenen europäischen Ländern diskutieren aus interdisziplinärer Perspektive eine zentrale Figur, welche diese Praktiken ins Spiel bringen: nämlich „the everybody“.

Die Beiträge fokussieren sich auf die Operationen und Genealogien der Popularisierung und Kommunikationspraktiken – welche populistische Formen annehmen können – in zeitgenössischen Demokratien. Auch adressiert werden die Ambivalenzen der Anziehungskraft, beispielsweise die Arten und Weisen in welcher visuelle Schöpfungen sowohl Verlangen als auch Hass evozieren können, zur Identifikation einladen können oder Zurückweisung produzieren können und sowohl Mimikri- als auch Konversionsprozesse auslösen können.

Weitere Informationen finden sich online: <https://www.routledge.com/Popularisation-and-Populism-in-the-Visual-Arts-Attraction-Images/Schober/p/book/9781138605886>