Veranstaltungen, Konferenzen und Call for Papers
FKW // Zeitschrift für Geschlechterforschung und Visuelle Kultur, Nr. 78 (2026): Jewish Visual Culture. Bilder ‚des Jüdischen‘ in Kunst und Medien
Unter dem Titel „Jewish Visual Culture. Bilder ‚des Jüdischen‘ in Kunst und Medien“ versammelt die von Alma-Elisa Kittner und Véronique Sina verantwortete FKW #78 sechs Beiträge, die kulturelle und historische Konstruktionen sowie diskursive Re-Produktionen künstlerisch-medialer Bilder ‚des Jüdischen‘ analysieren. Die Aufsätze konturieren damit das noch relativ junge Forschungsfeld der Jewish Visual Culture Studies und verbinden kunst-, kultur-, film- und medienwissenschaftliche Perspektiven mit repräsentations- und diskriminierungskritischen Ansätzen etwa aus den Postcolonial, Gender- und Queer Studies.
Die Aufsätze der FKW #78 tragen wesentlich dazu bei, das Wissen über antisemitische Stereotype und Zuschreibungen, aber vor allem auch über deren Durchkreuzungen und Umarbeitungen sowie generell über jüdische (Selbst-)Repräsentationen maßgeblich zu erweitern. In den Blick gerät dabei aber auch ein Begehren in der Bundesrepublik, sich erinnerungspolitisch zu entlasten. Theoretisch verhandelt wird die Frage, was die Kategorie ‚des Jüdischen‘ für die Kunst- und Mediengeschichte und andere Disziplinen, die mit dem Visuellen befasst sind, bieten könnte. Die analysierten Fallbeispiele sind vielfältig: Sie reichen von Beispielen aus der Moderne (Malerei und Tanz) über künstlerische Darbietungen aus den 1960er- und 70er-Jahren (Gesang) bis zur aktuellen Popkultur. Die Künstlerin Sarah Lightman bereichert das Heft mit einer Edition, die eine humorvolle Umgestaltung weiblicher jüdischer Stereotype vornimmt.
Die Ausgabe 78 der FKW basiert auf dem interdisziplinären Workshop „Jewish Visual Culture. Bilder ‚des Jüdischen‘ in Kunst und Medien“, der am 12./13. Juni 2025 im Jüdischen Museum Frankfurt unter der Leitung von Dr. Véronique Sina stattfand. Die Publikation ist wie der Workshop Teil des DFG-geförderten Forschungsprojekts von Dr. Véronique Sina: „Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Inszenierungen von Geschlecht und ‚jüdischer Differenz‘ in (audio-)visuellen Medien“.
Die FKW #78 ist online abrufbar unter diesem Link.
Anmeldestart Forum Wissenschaftskommunikation 2026
Die Anmeldung zum diesjährigen Forum Wissenschaftskommunikation am 9. und 10. Dezember in Leipzig ist geöffnet. Die Tagung bündelt unter dem Motto „Aufeinander zugehen: Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Krisenzeiten“ eine Vielzahl an Paneldiskussionen, Workshops und Kurzvorträgen. Im Ausstellerbereich geben rund 20 Institutionen Einblicke in die vielfältige Landschaft der Wissenschaftskommunikation und laden zum Vernetzen ein. Ergänzt wird das Programm durch unseren lokalen Partner, das Leipzig Science Network, das zahlreiche Rundgänge und Gespräche an Leipziger Wissenschaftsorten anbietet.
Der Soziologe Prof. Dr. Armin Nassehi von der Ludwig-Maximilians-Universität München wird das Programm mit seiner Keynote eröffnen. Im Anschluss stehen u.a. folgende Fragen im Zentrum der Tagung: Wie kann Wissenschaftskommunikation den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken? Wie entsteht Vertrauen in Erkenntnisse – auch in solche, die Forschende und Bürger*innen gemeinsam gewinnen? Wie kann Wissenschaftskommunikation neue Räume für den Austausch mit der Gesellschaft erschließen? Welche neuen Kooperationen mit Medien, Wirtschaft oder Zivilgesellschaft sind dafür notwendig?
Sie und Ihre Kolleg*innen sind herzlich eingeladen, diese und weitere Fragen auf der größten Fachtagung für Wissenschaftskommunikation im deutschsprachigen Raum zu diskutieren. Die Anmeldung ist bis zum 25. November 2026 möglich. Für eine breite Auswahl bei den Workshops empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Das vollständige Programm und das Anmeldeformular finden Sie online. Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an diese E-Mail-Adresse: anmeldung-forum-wk@w-i-d.de
Conference Purity Politics
No human society can exist without symbolic and practical forms of everyday maintenance. It becomes alarming, though, whenever radical demands for purity take over, when announcements of a »grand purge« for the sake of pureness gain political traction, or exterminatory practices take hold to affirm and implement such purity politics. Currently, we can observe such practices being carried out by immigration authorities in the U.S. and Europe, flanked by political efforts to demarcate, divide, and destabilize alliances that are being attacked via a rhetoric of contamination and impurity.
Purity of the nation, purity of the body, purity of sexual identity, purity of political constituencies, purity of scientific findings—when literal and metaphorical hygiene is rendered absolute, when hybridity is demonized, and fantasies of extermination loom large, notions of cleanliness are often appropriated, exaggerated, and abused for questionable political projects. This conference will shed light on cultural techniques, spatial arrangements, and regimes of structure and order pursued in the name of cleanliness and purity. It will discuss how purity mania and cleansing fantasies become politically weaponized and examine the logics of scapegoating and self-victimization. In addition, the conference seeks to investigate the moral panic around notions of mixing as a call to arms for the emergence of resentment and resistance, while also exploring everyday disgust as an organizational force of microbiopolitics.
The conference will take place from the 28th to the 30th of October 2026. Further information on the conference can be found here.
Sex on Screen: Die Geschichte der Aufklärung im Kino zwischen Angst und Liebe — Auftakt der neuen CineScience-Reihe „On Edge“
Im Wintersemester 2026/27 geht CineScience „On Edge“ – über sprichwörtliche Rote Linien und an die Grenzen des Sag- und Zeigbaren. Wer sich ohne Scheu mit Sex- und Skandalfilmen konfrontieren möchte oder für einen Abend am Rand der Filmzensur interessiert, ist beim Auftakt der Reihe mit der Historikerin Anja Laukötter genau richtig.
Sie zeigt anhand historischer wie aktueller Filmbeispiele, wie sich Gefühlskultur, Körpervorstellungen und Sexualitätsnormen im Film verändert haben. Denn die Darstellung von Sexualität prägt das Kino von Beginn an, war von jeher emotional aufgeladen und umkämpft: Was darf in welchem Maß auf die Leinwand? Auch Aufklärungsfilme, die im Namen der Gesundheit vor Sexualkrankheiten wie Syphilis oder HIV/AIDS warnten, bewegten sich an den Grenzen des Darstellbaren. Dabei setzten sie gezielt Emotionen wie Angst, Scham und Liebe ein, um „richtigen“ Sex zu vermitteln.
Konkrete Termine sowie weitere Informationen finden Sie unter diesem Link.