Kritik und Kultur
11. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft
16. bis 19. September 2026 | Humboldt-Universität Berlin
Kritik und Kultur
11. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft
16. bis 19. September 2026 | Humboldt-Universität Berlin
In den aktuellen Zeiten verschärfter Krisenrhetoriken tritt der Begriff der Kultur erneut auf den Prüfstand. Aufgeladen mit Konnotationen der Zugehörigkeit und Homogenität, wird „Kultur“ zunehmend zum Bezugspunkpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um Identität und Differenz. In diesen umkämpften Arenen politisierter Begriffe muss Kultur ihr kritisches Potenzial für zeitdiagnostische Analysen neu bestimmen. Was kann „Kultur“ noch sein, noch versprechen, noch widerlegen? Was kann Kulturwissenschaft, was können die Kulturwissenschaften zu dieser Diskussion aus einer Position der Kritik beitragen?
Die 11. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG) wird sich im Jahr 2026 unter dem Thema „Kritik & Kultur“ mit drei großen Feldern auseinandersetzen, die gegenwärtige Debatten sowohl in der Wissenschaft als auch in der Zivilgesellschaft beschäftigen: 1. der Ökologie, die sich angesichts des Klimawandels, des Verlusts der Biodiversität und globaler Ernährungsungerechtigkeit mehr denn je den dringenden Fragen nach dem Verhältnis von Naturen und Kulturen, von Mensch und Umwelt stellen muss; 2. der Ökonomie, die wirtschaftliche und damit verknüpfte soziale Phänomene zu erklären und zu deuten hat und 3. der Ästhetik, die als philosophische wie historische Disziplin herausgefordert wird und neue Fragestellungen wie die des ästhetischen Kapitalismus und der postkolonialen Spannungsverhältnisse ausbildet.
In den drei Fragenkomplexen von der Ökologie über die Ökonomie hin zur Ästhetik steht der Kulturbegriff erneut auf dem Spiel und soll in seiner kritischen Wirksamkeit entfaltet werden. Alle drei Themenbereiche lassen sich durch zusätzliche Perspektiven miteinander verknüpfen, sind sie doch von den Implikationen sowie Folgen der Digitalisierung und von den vielfältigen Debatten um Identitäten geprägt; Spannungsverhältnisse von Globalität versus Lokalität und Majoritäten versus Minoritäten durchziehen nicht nur gesellschaftliche Wirklichkeiten, sondern fordern auch die Methoden und Ansätze kulturwissenschaftlicher Theoriebildungen – gerade an den Schnittstellen und Rändern – heraus.
Die Jahrestagung „Kritik und Kultur. Perspektiven in den Kulturwissenschaften“ findet vom 16.–19. September 2026 in Berlin statt und wird in einer Kooperation mit der Humboldt-Universität Berlin, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) organisiert.
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